Flywheel: Marketing-Modell für stetiges Wachstum und zufriedenere Kunden

Kennst Du bereits das Marketing-Modell Flywheel? Richtig angewendet, entfacht es sein volles Potenzial und sorgt bei Deinem Geschäft für stetiges Wachstum. Gleichzeitig profitiert Dein Unternehmen von nachhaltig zufriedenen Kunden, was wiederum neue Kunden anlocken kann.

Wir zeigen Dir, was es mit dem Flywheel auf sich hat und nennen Dir entscheidende Vor- und Nachteile. Außerdem erfährst Du, wie das moderne Marketing-Modell funktioniert und für welche Unternehmenstypen es geeignet ist.

Was ist ein Flywheel?

Übersetzt man das Flywheel ins Deutsche, heißt es so viel wie „Schwungrad“.

Bevor wir zum Marketingteil übergehen, werfen wir einen Blick auf das mechanische Schwungrad. Es ist unter anderem in Zügen, Autos oder Kraftwerken verbaut und sorgt hier dafür, dass ein gleichmäßiger, effizienter und ruhiger Betrieb möglich ist. Hat man dieses Prinzip verstanden, erkennt man in etwa, wie das Flywheel als Marketing-Modell funktioniert. Denn hierbei handelt es sich um eine gute Ergänzung oder gar vollständigen Ersatz des weitverbreiteten Sales-Funnels.

Das Flywheel ist weitaus moderner und stellt einen Kreislauf dar, der einmal in Schwung gebracht, eigenständig funktioniert. Dabei arbeitet das jeweilige Geschäftsmodell einer Branche effizient und hält sich selbst am Laufen. Mittlerweile sollen einige große Unternehmen und Konzerne (darunter auch Amazon) bereits auf das Flywheel setzen. Hier sorgt es für ein stetiges und nachhaltiges Wachstum inkl. zufriedener Kundschaft. Durchaus interessant, oder?

Aber wie genau funktioniert das Ganze eigentlich? Darauf gehen wir im nächsten Absatz ein.

Wie funktioniert ein Flywheel?

Flywheel Modell

Auf den ersten Blick ist das Flywheel ein wenig kompliziert. Doch schaust Du Dir die drei Phasen näher an und gehst alle Details genau durch, wirst Du einen Zusammenhang erkennen. Die drei Phasen lauten:

  • Attract – Anziehen
  • Engage – Interagieren
  • Delight – Begeistern

Die Phasen verlaufen entlang des Kundenprozesses, bei denen sich Interessenten und Kunden immer weiterentwickeln. Und genau diese stetige Weiterentwicklung sorgt dafür, dass das Flywheel in Schwung bleibt und immer wieder neue Kunden generiert.

Betrachten wir jetzt die Nutzer bzw. Kunden, die den Kundenprozess des Flywheels durchlaufen:

  1. Am Anfang stehen Unbekannte (Strangers), die das Unternehmen noch nicht kennen.
  2. Sie entwickeln sich durch die Anziehungs-Phase zu potenzielle Kunden (Prospects).
  3. Im weiteren Verlauf durchlaufen die potenziellen Kunden die Interaktions-Phase und entwickeln sich zu Kunden (Customers). So beispielsweise, indem sie ein physisches Produkt oder eine Dienstleistung kaufen.
  4. In der letzten Begeisterungs-Phase drücken Bestandskunden ihre Begeisterung aus und werden somit zu Fürsprecher (Promotern). Und sie wiederum sorgen dafür, dass neue potenzielle Interessenten und Kunden angelockt werden.

Jetzt weißt Du, wie Interessenten und Kunden die einzelnen Prozesse und Phasen durchlaufen und sich dabei weiterentwickeln.

Phase 1: Attract/ Anziehen

In der ersten Anziehungs-Phase werden Unbekannte auf ein Unternehmen aufmerksam und entwickeln sich zu Interessenten bzw. potenziellen Kunden. Sie haben beispielsweise einen Wunsch oder ein Problem, der erfüllt bzw. was gelöst werden soll.

Hier kommt gleichzeitig das Inbound-Marketing ins Spiel, mit dem wir derartige Interessenten auf uns aufmerksam machen möchten. Das Ziel sollte es sein, so viele Leads wie möglich zu generieren. Denn sie sorgen dafür, dass Energie in das Flywheel eingeleitet wird.

Dabei wenden wir unter anderem folgende Methoden an:

Phase 2: Engage / Interagieren

In der zweiten Interaktions-Phase interagieren wir mit potenziellen Kunden bzw. Interessenten und bauen eine Beziehung auf. Mithilfe gezielter Marketing-Maßnahmen binden wir sie, sodass sie feste Bestandskunden werden.

Je nach Dienstleistung oder Produkt kann die Methode unterschiedlich ausfallen, zu interagieren und potenzielle Kunden zu binden. Hole Dir die Erlaubnis ein, eine Bindung einzugehen und sie mit weiteren Informationen zu versorgen.

Das funktioniert unter anderem mit:

Phase 3: Delight / Begeistern

Vergleicht man das Flywheel mit einem Sales-Funnel, würde der Funnel hier enden. Das Flywheel hingegen dreht sich in der dritten Begeisterungs-Phase kräftig weiter und bekommt noch mehr Schwung.

Denn in dieser Phase geht es darum, Bestandskunden zu begeistern, zu begleiten und weiter zufriedenzustellen. Sie sollen am Ende so begeistert und überzeugt sein, dass sie Dein Unternehmen weiterempfehlen und zu regelrechten Fürsprechern werden.

Die Folge: Durch die Empfehlungen ziehst Du weitere potenzielle Kunden an, die oben einsteigen. Auch sie werden auf Deine Produkte oder Dienstleistungen aufmerksam und zu festen Kunden.

Um Kunden zu begeistern, kannst Du unter anderem folgende Methoden anwenden:

  • Überzeuge und biete Leistungen und Services an, die Deine Kunden mögen. Das können zum Beispiel gratis Zusatzleistungen oder ein guter Support sein. Aber auch ein kostenloser Versand und kostenlose Retouren sind beliebt.
  • Du schickst bei Bestellungen als kleines Dankeschön Merchandise-Produkte wie Shirts, Mini-Powerbanks oder Süßigkeiten mit. Gleiches funktioniert offline, wenn Du eigene Stores hast.
  • Du bietest Bonusprogramme an, bei denen Kunden nach einigen Bestellungen profitieren. Sie erhalten beispielsweise ein Bestellguthaben oder Prozente.

Regelmäßige Tests und Marketing Audits steigern den Erfolg eines Flywheels zusätzlich

Grafik die deutlich macht das Tests wichtig sind für ein besseres Ergebnis

Es ist jetzt kein Geheimnis mehr, dass sich ein Flywheel eigenständig dreht, sobald es einmal in Schwung gekommen ist. Doch auf die reinen Ergebnisse solltest Du dich nicht verlassen. Stattdessen stehen regelmäßige Tests und Marketing Audits auf der To-Do-Liste, um noch mehr aus den Phasen herauszuholen.

  • Mithilfe von Analysen finden Marketer heraus, welche Maßnahmen welche Ergebnisse erzielen. Wie häufig werden CTAs (Call To Actions) angeklickt? Gibt es bestimmte E-Mail-Betreffzeilen, die zu höheren Öffnungsraten führen? Und welche Landingpages generieren die meisten Conversions in Form von Leads? Hier gibt es ständig Optimierungspotenzial.
  • Frag Deine Kunden, was sie denken, welche Wünsche sie haben und was man besser machen könnte. Nur so lernst Du Deine Zielgruppe besser kennen und kannst die Stellschrauben dementsprechend anpassen. Hat ein Kunde einen Kaufvorgang abgebrochen? Erkundige Dich, was ihn dazu bewegt hat. Möglichweise kannst Du auch hier optimieren.
  • Schaue Dich auch in der Welt des Social Medias um. Lasse Social Media Experten Threads und Kommentare durchforsten, die mit Deiner Marke zu tun haben. Möglicherweise gibt es hier Kritik, aus der Du lernen kannst? Aber auch Inhalte, die gut ankommen, kannst Du mit dem richtigen Monitoring ausfindig machen.

Flywheel vs. Sales-Funnel im Vergleich

Kommen wir zu einem Vergleich von Flywheel und Sales-Funnel. Der grundlegende Unterschied ist hierbei, dass das Flywheel mehr auf Kundenzufriedenheit und Dynamik ausgelegt ist. Der Sales-Funnel hingegen verfolgt eine strikte Linie: Leads und Sales generieren.

Zudem ist das Modell langsam aber sicher nicht mehr zeitgemäß, was Marketer teils deutlich spüren. Denn in einigen Branchen fallen die Ergebnisse und Zahlen eher ernüchternd bis enttäuschend aus.

Das liegt ganz klar am Markt, der sich in den letzten Jahren stetig gewandelt hat. Während früher ein Funnel mit strikter Prozesslinie hervorragend funktionierte, sind heute zusätzlich Mund zu Mund Propaganda und Kaufempfehlungen zwei weitere wichtige Faktoren. Und die enthält bzw. bedient der Sales-Funnel eben nicht. Und genau hier setzt das Flywheel an, was Bestandskunden dazu nutzt, und mithilfe seiner Dynamik neue Kunden in das Kreislaufmodell zu holen. Die Folge: Stetiges Wachstum.

Wichtige Elemente, mit denen das Flywheel den Sales-Funnel ergänzt:

Dynamik

  • Im Gegensatz zum Funnel handelt es sich beim Flywheel um kein abgeschlossenes Marketing-Modell. Folglich bist Du besser dazu in der Lage, die Prozesse genauer zu betrachten.
  • Dadurch erkennst du einfacher, welchen Übergang Neukunden und zufriedene Kunden durchgehen und kannst derartige Prozesse besser optimieren.
  • Zusätzlich bist Du beim Flywheel dazu in der Lage, Problemstellen und Engpässe besser zu erkennen. Gibt es möglichweise bestimmte Stellen, an denen der Prozess ins Stocken kommt oder bremst? Derartige identifizierte Problemstellen sind ebenfalls optimierbar.

Kundenzufriedenheit

  • Deine Aufgabe ist es allein nicht mehr, Interessenten zu ködern und zu Kunden umzuwandeln. Zusätzlich geht es jetzt um die Kundenzufriedenheit, bei der Du Bestandskunden begleitest und begeisterst.
  • Das Ergebnis: Zufriedene Kunden kaufen bei Dir häufiger und empfehlen Deine Produkte und Dein Unternehmen gerne weiter. Durch diese erzeugte Dynamik wachsen Geschäft und Unternehmen, da Neukunden generiert werden.
  • Der Kunde wird ein fester Bestandteil des Prozesses!

Für welche Unternehmen ist das Flywheel-Modell geeignet?

Unternehmen und das Flywheel Modell

Hat ein Unternehmen einen eigenen Kundenprozess, kann es die Dynamik des Flywheels nutzen, um stetig zu wachsen.

Das gilt nicht nur für Unternehmen, die im B2C-Bereich tätig sind. Auch der B2B-Bereich profitiert vom Flywheel. Hier kann ein Unternehmen sein Vertriebssystem hervorragend einbinden, um zu interagieren und potenzielle Kunden zu Stammkunden umzuwandeln.

  • Jedes Unternehmen, das bisher den Sales-Funnel nutzte, kann das Flywheel als Erweiterung verwenden.
  • Um das moderne Marketing Konzept Flywheel für das eigene Unternehmen zu nutzen, sind einige Umstellungen und eine Neuausrichtung erforderlich. Das ist zwar einiges an Arbeit. Doch mithilfe der richtigen Marketer sind sämtliche Umstellungen und damit verbundene Prozesse stressfrei und unkompliziert umsetzbar.

Vorteile und Nachteile eines Flywheels

Im Folgenden sind entscheidende Vor- und Nachteile eines Flywheels aufgeführt:

Vorteile Flywheel

  • Schnellere und effektivere Neukundengewinnung.
  • Bestandskunden tragen durch Mundpropaganda und Empfehlungen zum Marketingprozess bei. Dabei muss das Unternehmen nicht selbst darauf einwirken.
  • Durch derartige Empfehlungen gewinnt ein Unternehmen immer mehr an Vertrauen, was zusätzlich verkaufsfördernd ist.
  • Dreht sich das Flywheel einmal und alle Prozesse wurden optimiert, kann es sich immer schneller drehen. Dazu tragen bei:
    • Kundengewinnung
    • Kundenempfehlungen
    • Dauerhafte Content-Produktion
  • Dank der Kundenzufriedenheit wird eigenständig Werbung generiert, die wiederum neue Interessenten und Kunden erzeugt. Das sorgt für noch mehr Wachstum.
  • Unternehmer und Marketer lernen die Bedeutung von nicht direkten umsatzrelevanten Maßnahmen kennen. Dazu zählen unter anderem der Support und CRM (Customer Relationship Management).
  • Engpässe und Problemstellen, die die Begeisterung Deiner Kunden beeinträchtigen, erkennst Du schneller. Dementsprechend kannst Du sie rasch beheben.

Nachteile Flywheel

  • Die Umstellung auf ein Flywheel kann durchaus aufwändig und anfangs problematisch sein.
  • Zudem müssen die Abteilungen Deines Unternehmens umdenken und sich umstrukturieren. Auch hier kann es anfangs zu Problematiken kommen.
  • Ein Flywheel dreht sich nicht von Anfang an rund. Es ist ein gewisser Zeitraum erforderlich, bis es in Bewegung kommt und erste Früchte trägt. Deshalb ist hier die Unterstützung eines Experten empfehlenswert.

Fazit zum Flywheel

Hast Du schon Dein eigenes Flywheel in Schwung gebracht und profitierst von der Kundenzufriedenheit und Dynamik? Oder planst Du noch eine Umstellung oder Erweiterung zum Flywheel? Wichtig ist hierbei zu wissen, dass der Sales-Funnel nicht vollständig abgedankt hat. So kannst Du ihn auch zukünftig dafür verwenden, um grundlegende Maßnahmen zu planen.

Doch das kann je nach Unternehmen und / oder Branche variieren. In jedem Falle kannst Du Dir bei einer Umstellung auf das Flywheel Marketing Modell Deine Kunden effektiv dafür nutzen, um Deinen Bekanntheitsgrad zu steigern. Denn richtig angewendet und optimiert, wächst Dein Geschäft stetig und ist mit dem entsprechend schweren Gewicht nicht mehr aufzuhalten.

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