Blog der Domain-Offensive

agent, api und hub - scrabble
Jetzt für Newsletter anmelden!
Anmeldung Newsletter

Du erhältst:
• News zu Domains & Hosting
• Tipps zu Deiner Website
• attraktive Rabatt-Aktionen
• und vieles mehr

.agent statt .com? ICANN veröffentlicht 1.615 Anträge für neue Domainendungen

Am 7. Oktober 2026 hat ICANN die Liste aller 1.615 Anträge für neue Domain-Endungen veröffentlicht. Es ist die erste neue Bewerbungsrunde seit 2012. Und während 2012 noch viele Endungen für .apps anvisierten, steht heute .agent mit stolzen 13 Bewerbern – darunter Google, OpenAI und Meta – ganz oben auf der Wunschliste. Registrieren kannst Du unter den neuen Endungen aktuell noch nichts, denn jetzt folgen Einsprüche, Prüfungen und höchstwahrscheinlich Auktionen. Wir zeigen Dir, wer sich worum bewirbt, wann Du frühestens mit neuen Endungen rechnen kannst und was Du schon jetzt tun solltest.

1.615 Anträge von 481 Bewerbern

Zwischen dem 30. April und dem 12. August 2026 konnten sich Unternehmen und Organisationen bei ICANN um neue Endungen bewerben. Insgesamt gingen 1.615 Anträge von 481 Antragstellern ein. Das sind gegenüber 2012 zwar weniger Anträge, dafür verzeichnet diese Runde deutlich mehr Wettbewerb um dieselben Strings.

Kennzahl20122026
Anträge1.9301.615
verschiedene Strings1.409986 (bis zu 1.430 inkl. Ersatz-Strings)
Anträge in einem Contention Set751 (39 %)891 (55 %)
meistumkämpfter String.app (13 Bewerber).agent (13 Bewerber)
Verteilung Nordamerika / Europa / Asien-Pazifik911 / 675 / 303864 / 506 / 218
Endungen in nicht-lateinischer Schrift (z. B. Chinesisch, Arabisch)11621
geografische Anträge (Städte, Regionen)6615
Antragsgebühr pro Endung185.000 US-Dollar227.000 US-Dollar

Quelle: ICANN

Laut ICANN sind unter den Anträgen ganze 333 Markenanträge, also rund jeder fünfte. Dazu kommen 16 Community-Anträge und 51 Anträge aus dem Applicant Support Program, welches Bewerber mit knappen Mitteln unterstützt.

Neu in dieser Runde ist der sogenannte Ersatz-String: Bewerber konnten vorab eine zweite Wunsch-Endung angeben, für den Fall, dass ihre erste Wahl umkämpft ist. 1.169 der 1.615 Anträge enthielten eine solche Alternative. Die Möglichkeit wurde also rege genutzt.

Auffällig ist auch die Herkunft der Anträge: 306 der 506 „europäischen“ Anträge stammen laut CircleID aus Malta, den Cayman Islands und den Britischen Jungferninseln. Die beiden Inselgruppen in der Karibik sind britische Überseegebiete und werden deshalb Europa zugerechnet. Auf das übrige Europa entfallen damit nur rund 200 Anträge.

KI-Begriffe, neue Registry-Betreiber, mehr Wettbewerb

Ein Blick auf die beantragten Endungen zeigt, wie sehr sich das Internet seit 2012 verändert hat und wer heute mitspielen will.

  • KI statt Apps – 2012 war .app mit 13 Bewerbern der meistumkämpfte String, 2026 ist es .agent mit ebenfalls 13 Bewerbern – darunter Google, OpenAI, Meta sowie die Portfolio-Registrys Radix und XYZ. Es folgen .bit (11) sowie .api, .brand und .hub (je 10). Keiner dieser fünf Strings hatte 2012 einen einzigen Antrag.
  • neue Namen unter Antragstellern – Erstmals bewerben sich KI-Firmen wie Meta (18 Anträge) und OpenAI (15) sowie der Website-Baukasten Squarespace (15). Google (39) und Automattic (16), das Unternehmen hinter WordPress.com, betreiben dagegen schon eigene Endungen, zum Beispiel .app und .dev (Google) oder .blog (Automattic). Die meisten Anträge stellen weiterhin sogenannte Portfolio-Registrys, also Firmen, die viele Endungen gleichzeitig betreiben: Identity Digital kommt auf 216 Anträge, die Link Freedom Group auf 158.
  • mehr Wettbewerb, weniger Hinterzimmer – 55% der Anträge stehen aktuell in einem Contention Set. 2012 waren es nur 39%. Anders als damals sind private Auktionen, Absprachen und Joint Ventures zwischen Bewerbern diesmal ausdrücklich verboten. Wer in der zweiwöchigen Ersatzphase nicht auf seine Alternative ausgewichen ist, muss sich jetzt der Konkurrenz stellen. Bleiben am Ende mehrere Bewerber übrig, entscheidet in der Regel eine Auktion von ICANN.
  • bekannte Markennamen – Salesforce möchte sich neben dem eigenen Namen auch die Endungen .force, .slack und .tableau sichern, Microsoft hat seine Augen auf .copilot und .msft gerichtet. Unter den 333 Brand-Anträgen finden sich laut CircleID Banken wie die Bank of America und Goldman Sachs, Pharmafirmen wie Novartis sowie Plattformen wie Airbnb, Uber und eBay.
  • Blick in die DACH-Region – Laut t3n haben Adidas, BioNTech und Allianz Endungen beantragt, die ihrem Firmennamen entsprechen, sowie die Europäische Zentralbank die Endung .euro. Die meisten Anträge aus Deutschland stammen von der neu gegründeten Nextgen TLDs GmbH mit 44 Anträgen, darunter .cyber und .index. Unter den 15 geografischen Anträgen tauchen laut CircleID zudem Wien, Bremen und Lugano auf.

Übrigens: Alle Anträge kannst Du in ICANNs durchsuchbarer Liste nachschlagen.

So geht es weiter im Vergabeverfahren der neuen TLDs

Der nächste große Schritt ist der 17. November 2026. Dann veröffentlicht ICANN die finale Liste aller beantragten Endungen, und die Phase für Kommentare und Einsprüche beginnt. Die Termine stammen aus ICANNs Ankündigung zum Reveal Day.

TerminWas passiert
21. Oktober 2026 (abgelaufen)Ende der Frist, in der Bewerber auf ihren Ersatz-String wechseln konnten
17. November 2026String Confirmation Day: finale Liste der Endungen und aktualisierte Contention Sets, Start der Kommentar- und Einspruchsphase
19. Dezember 2026 bis 4. Januar 2027offizielle Pausierung während der Feiertage (von ICANN in die Fristen eingerechnet)
bis 16. März 2027Kommentare, Frühwarnungen der Regierungen, Hinweise auf Singular-/Plural-Konflikte (z. B. .agent und .agents) sowie Einsprüche
1. Halbjahr 2027 (Termin offen)Prioritization Draw: Losverfahren, das festlegt, in welcher Reihenfolge die Anträge nach der rund 180-tägigen Prüfung der Endungen bearbeitet werden
danach (Termin offen)Prüfung der Bewerber, Entscheidung umkämpfter Endungen, Verträge, technische Tests und schließlich die Aufnahme ins Internet

Wann die ersten neuen Endungen tatsächlich live gehen, ist offen. CircleID hält einen Start der ersten unumstrittenen Endungen gegen Ende 2027 oder Anfang 2028 für möglich.

Wichtig: „Gestartet“ heißt nicht automatisch „für Dich buchbar“. Marken-Endungen bleiben für die Öffentlichkeit geschlossen. Und auch offene Endungen starten zunächst mit einer sogenannten Sunrise-Phase, in der Markeninhaber sich ihre Namen sichern können. Erst danach kann jeder registrieren.

Was bedeutet das für Dich?

Registrieren kannst Du unter den neuen Endungen noch nichts. Wenn Du eine Marke oder einen bekannten Firmennamen hast, lohnen sich aber schon jetzt ein paar Schritte:

  • Liste prüfen – Suche in ICANNs Antragsliste oder in der CSV-Datei der Contention Sets nach Strings, die Deinem Markennamen gleichen oder ähneln. Aufgepasst: Bis zu ihrer finalen Version, welche am 17. November erscheint, kann sich die Liste noch geringfügig ändern.
  • Kommentieren oder Einspruch einlegen – Vom 17. November 2026 bis zum 16. März 2027 kann jeder kostenlos Kommentare zu einzelnen Anträgen abgeben. Ein förmlicher Einspruch wegen Markenrechten läuft dagegen über die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) und kostet Gebühren. Er lohnt sich also vor allem, wenn Deine Marke wirklich betroffen ist. Am besten holst Du Dir dafür rechtlichen Rat.
  • Deine Marke für den Start vormerken – Ist Deine Marke im Trademark Clearinghouse (TMCH) eingetragen, kannst Du Dir Deinen Namen in der Sunrise-Phase neuer Endungen sichern, bevor die Registrierung für alle öffnet. Außerdem wirst Du in der ersten Zeit nach dem Start benachrichtigt, wenn jemand anderes eine Domain mit Deinem Markennamen registriert.
  • Risiken abwägen – Das Schweizer Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) empfiehlt, neben den Chancen auch die Risiken neuer Endungen im Blick zu behalten und die eigene Marke gegen Missbrauch durch Dritte (Cybersquatting) zu schützen. Hinweise dazu bietet die BAKOM-Seite zu neuen Domain-Endungen.

Fazit

Der Reveal Day ist ein Fahrplan und kein Startschuss. Die Anträge sind jetzt öffentlich, entschieden ist aber noch fast nichts. Der nächste wichtige Termin ist der 17. November: Dann veröffentlicht ICANN die finale Liste, und die Einspruchsphase beginnt.

Bis die ersten neuen Endungen buchbar sind, vergeht voraussichtlich noch mehr als ein Jahr. Deine Wunschdomain muss aber nicht so lange warten: Bei do.de findest Du sie vielleicht schon heute unter einer der bestehenden Endungen, von .de über .eu bis .blog. Und sobald die ersten neuen Endungen startklar sind, erfährst Du es bei uns.

Bild von Corina

Corina

Corina schreibt regelmäßig für den Blog der Domain-Offensive, um Dich auf dem neuesten Stand rund um die Themen Domains, Webhosting und Website Management zu halten. Dabei schlüpft sie am liebsten direkt in die Rolle ihrer Leser, um deren brennende Fragen zu beantworten, komplexe technische Zusammenhänge verständlich zu machen und neue Trends und Best Practice für Website-Betreiber aufzugreifen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Jetzt für Newsletter anmelden!
Anmeldung Newsletter

Du erhältst:
• News zu Domains & Hosting
• Tipps zu Deiner Website
• attraktive Rabatt-Aktionen
• und vieles mehr

Schlagwort-Suche

Unsere neuesten Beiträge für Dich

Wie können wir helfen?

Unser Team steht Dir für Fragen und persönliche Anliegen gern zur Verfügung. So sind wir erreichbar: